Flechten mit Weiden

 Das Thema Flechten mit Naturmaterialien hat mich schon seit längerem interessiert. Es muss ja nicht gleich ein Korbsessel sein, aber zumindest wollte ich mal sehen, wie weit man es in diesem Handwerk als Laie bringen kann.

Und Überraschung: ist gar nicht so schwer!

 

 

Marlies Schiller bei RBB zibb, Thema "Alles aus Weide" 

Schalen, Kugeln, Käseböden, Füllhorn, Rankhilfen und Futterplätze für Vögel

RBB "zibb" - Beitrag vom 17.10.2012


 

Im Herbst anfallendes Laub und Baumschnitt landet in der Regel in Hochbeeten oder auf dem Kompost. Fingerdicke Äste und elastische Ruten von Büschen und Weiden lassen sich aber auch zum Flechten verwenden.

Ein gutes Einstiegsprojekt hierfür ist eine geflochten Beetumrandung.

 

Geflochtene Beetumrandung

Für ein Rundbeet eine gerade Anzahl von zugespitzten Holzpflöcken in gleichmäßigen Abständen in den Boden schlagen. Dann mit jeweils 2 Weidenruten gleichzeitig rundherum flechten. Immer so, das sich die Ruten zwischen den Pföcken kreuzen, dann die Ruten einmal mit sich verdrehen - die untere ist jetzt oben und umgekehrt. wenn die einzelnen Ruten enden, mit einer neuen ansetzen, und zwar so, das das neue Ende auf der Innenseite der Beeteinfassung hinter einem Pflock klemmt.

 

Auch gerade Beeteinfassungen funktionieren ähnlich, hier wird nur von Ecke zu Ecke geflochten. Die Zweige müssen also auch nicht so elastisch sein.

Frisch geschnittene Weiden schrumpfen mit der Zeit, d.h. das Gewebe könnte etwas locker werden; dann muss mit weiteren Ruten wieder aufgefüllt, festgezurrt und ausgebessert werden.

Rankhilfen

Dafür werden eine gerade Anzahl etwa fingerdicker Ruten (ab 8 Stück) oben an den dünnen Enden zusammengebunden. die dicken Enden werden dann in einen Topf gestellt, und mit einem Handtuch in die Mitte des Gefäßes gesteckt wird, fixiert. Die Ruten müssen jetzt gleichmäßig aufgestellt sein.

Jetzt beginnt man oberhalb des Topfrandes mit zwei Ruten gleichzeitig (wie bei der Beeteinfassung miteinander verdrehen) einen festen Rand zu flechten. Der gibt die Stabilität.

Neben dem unteren Rand werden für die Festigkeit noch weitere Ruten spiralförmig oder rundherum eingeflochten.

Freestyle-Flechten

Saisonale Obstschalen und Kränze, die problemlos irgandwann über den Kompost entsorgt werden können.

Das ist wirklich einfach: zunächst aus ein paar Ruten Kreise winden, diese dann ineinander stecken und mit einander verflechten. Dabei eine Schalenwöbung durch Drückeu und Ziehen herausarbeiten.

Kringelkugeln

Diese Kugeln schmücken Garten und Innenraum.

Dafür drei Weidenruten zu drei gleichgroßen Ringen winden. Dann die Weidenringe ineinanderstecken, so das sie die Achsen einer Kugel ergeben. Am Besten die Ringe jetzt mit Faden an den Kreuzungspunkten festknoten, sonst fällt das Gebilde schnell mal wieder auseinander.

Und jetzt einfach drauf los flechten. Schnell bekommt die Kugel Stabilität. Für die gleichmäßige Form immer mal wieder drehen, korrigieren und drücken.

 

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Nist-und Futterplätze

Zunächst aus 6 gleichstarken Weiden einen Sternboden machen, die Ruten auseinander drücken und stramm umflechten, damit die Abstände gleichmäßig und fest werden.

Die Enden nach oben biegen und zusammenbinden.

Jetzt  weiterflechten und dabei eine gute Rundung herausarbeiten.

Endweder in der Seite eine Öffnung für die Vögel lassen, oder am oberen Ende der Staken ein Dach flechten.


Schöner Herbst